Du startest mit einem klaren Plan zum Training. Heute soll es zügig werden. Zum Beispiel zehn Kilometer in deinem festgelegten Tempo. Die ersten Kilometer laufen gut, die Uhr zeigt genau das an, was du dir vorgenommen hast, und alles sieht super aus. Doch allmählich spürst du, dass heute etwas anders ist. Deine Beine werden schwer, dein Puls steigt und das Tempo wird deutlich anstrengender als geplant. Aber du hast nur einen Gedanken im Kopf: Ich muss durchhalten. Langsamer zu werden bedeutet, dass du das Training nicht geschafft hast.
Und in solchen Momenten tritt etwas in den Vordergrund, worüber im Laufsport selten gesprochen wird – das Läufer-Ego . Der Drang, schneller zu laufen, bessere Zeiten zu erzielen, andere oder zumindest sich selbst zu schlagen. Soziale Medien tragen nicht gerade zur Verbesserung bei. Täglich sieht man hohe Tempi, persönliche Bestleistungen und Dutzende von Kilometern, sodass man manchmal das Gefühl hat, der eigene Lauf müsse genauso aussehen. Doch Laufen ist kein Wettbewerb um die schönste Aktivität auf Strava. Und manchmal ist das größte Zeichen von Erfahrung die Fähigkeit, das Tempo zu drosseln.












